Der Innenraum

bogen-neu Beim Betreten der Kirche durch das Hauptportal, fällt der Blick auf den Altar hinter dem Triumphbogen. Das Eisen­gitter, das hier früher das Schiff vom Chor trennte, ist längst verschwunden. Im Schlussstein des Bogens das Wappen der Stadt Windecken (rote Sparren auf goldenem Grund), auf sei­ner Rückseite die Jahreszahl 1497.

An der rechten Seite befindet sich die Kanzel mit schönem Sandstein-Fuß und

kanzel-neuhübschem Schalldeckel.

In unmittelbarer Nähe davon das moderne Taufbecken mit eingearbeiteter Taube, dem Symbol des Heiligen Geistes.

denkmal-neu Rechts davon steht noch ein Sandsteinblock mit folgender Inschrift: "Herr Carl Wilhelm Zimmermann, Prediger, starb nach acht Jahren seines verdienstvollen Wirkens dahier, den 31. Mai 1823. Darum weihte die evangelische Gemeinde ih­rem Lehrer, die israelitische dem Menschenfreund dieses Denkmal. " Der Text lässt erkennen, dass zu dieser Zeit das Nebeneinander von Christen und Juden ungetrübt war.

torso-neu Links vom Triumphbogen befindet sich ein Christustorso aus dem 13. Jahrhundert, der vielleicht vom benachbarten, 1542 geschlossenen Friedhof stammt.

orgel Hinter dem Altar der neugotische Prospekt der ehemaligen Ratzmann-Orgel aus dem Jahr 1895. Sie wurde 1975 durch eine Walcker-Orgel ersetzt und 2001 um fünf auf den einst vorgesehenen Umfang von 23 Registern erweitert. Jetzt hat sie 1462 Pfeifen und einen fahrbaren Spieltisch, so dass zu besonderen Anlässen für Chöre und Orchester auf der Empore genügend Platz geschaffen werden kann.

altarnische In der Kirche ganz links ist eine rundbogige, ehemalige Altar­nische mit einem Wandtabernakel zu sehen. Die Verzierungen am unteren Teil wurden abgeschlagen, jedoch sind das ur­sprüngliche Gehäusegitter mit den sich rautenförmig überkreuzenden Bändern, die durch auf genietete Blütenrosetten fixiert sind, sowie das Schloss und die Verriegelung praktisch unversehrt erhalten geblieben.

Wer sich auf die Empore bemüht, entdeckt drei Ölgemälde, die aus der Reinhards-Kirche stammen. Sie sind nicht signiert, so dass die (oder der) Künstler unbekannt sind.

kreuzigung-neu Als Vorlage für "Die Kreuzigung" diente ein Kupferstich von Schelte Uythema (1586-1659), der nach einem Gemälde des flämischen Barockmalers Jacob Jordaens (1593-1678) gefertigt wurde. Es zeigt links den Evangelisten Johannes, rechts Maria mit blauem Madonnenmantel, sitzend vorne Ma­ria Magdalena, dahinter Salome mit Kind sowie Maria, die Jesus 'aus Galiläa gefolgt waren. Der Titulus an der Spitze des Kreuzes lautet „Jesus von Nazareth, der Juden König" in hebräisch, griechisch und lateinisch.

auferstehung-neu Vom benachbarten Gemälde, "Die Auferstehung", ist keine Vorlage bekannt, jedoch ist davon auszugehen, dass dem Künstler ein Kupferstich als Vorlage diente, der auch auf Jor­daens zurückgeht. Die Bilddiagonale bildet der offene Sarko­phag und der in vollendeter Auferstehung davon schwebende Christus. Im Vordergrund sind schlafende oder erschrockene römische Soldaten zu erkennen, die sich mit Entsetzen ab­wenden.

zinsgroschen-neu Das dritte Gemälde, ein Tafelbild, ebenfalls seitenverkehrt, geht auf Paul Peter Rubens zurück, der wiederum seine Anre­gung hierzu von Tizian hatte. Es trägt den Titel "Der Zins­groschen" und zeigt acht reiche, orientalische Gewänder tra­gende Männer, die sich in geduckter Haltung auf den Gro­schen in der Bildmitte konzentrieren, den einer Christus zeigt. Sie versuchen, ihn zu einer politisch belastenden Aussage zu bringen, er aber antwortet mit erhobener Hand - wie auf dem Schriftband zu lesen ist, "So gebet dem Kaiser, was des Kai­sers ist, und Gott, was Gottes ist".

fenster1 Das Buntglasfenster über dem Haupteingang wurde 1923 zum 100. Todestag des ehemaligen Pfarrers Zimmermann in der Mayer' schen Hof-Kunstanstalt in München gefertigt und trägt die Widmung: "Zur Erinnerung an Stiftsprediger Karl Wil­helm Zimmermann, geb. 24.XII.1787. gest. 31.V.1823; gestif­tet von seinem Enkel Carl Zimmermann in London." Es zeigt die Apostel Johannes und Paulus nach einem Gemälde von Albrecht Dürer. Besondere Aufmerksamkeit verdient die wei­ße Taube rechts oben im Bild, die unmittelbar nach dem Ab­leben des Pfarrers aus dem Sterbezimmer geflogen sein soll.

fenster2-neu Das andere Buntglasfenster stifteten 1895 die Nachkommen des im Jahr zuvor verstorbenen Metropolitans Ullrich. Es zeigt Christus als guten Hirten in einer gotischen Portalarchi­tektur stehend und trägt die Inschrift: "Zur Erinnerung an Karl C. Ullrich, Metropolitan & Stiftsprediger dahier. Geh. 28. VI. 1809. Gest. 27. VIII. 1894. "

Rechts davon wurde bei den Renovierungsarbeiten an der Wand der zum Nachdenken anregende Vers aus Psalm 23 "Mir wird Nichts mangeln" entdeckt und restauriert. psalm23