Jeden Sonntag

um 10.00 Uhr findet in der Stiftskirche in Windecken ein Gottesdienst statt.

 

 

 

 

Ich hätt‘ gern mal gewusst…

Wo finde ich eigentlich die Texte der kurzen Liedstrophen, die zwischen Begrüßung und der Schriftlesung gesungen werden?
Wenn ich diese Texte nicht richtig mitsingen kann, dann gehöre ich auch nicht richtig dazu. Was hat es damit auf sich? Es geht wohl nicht nur mir so.



Diese Liedverse sind Teil der Liturgie, der Gottesdienstordnung unserer Kirche, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Sie sind für alle Sonntagsgottesdienste in unserer Kirche grundsätzlich verbindlich und sind ein Zeichen für die Einheit unserer Kirche in der gottesdienstlichen Feier. Sie folgen der Logik einer gesprächsweisen Begegnung.

Im evangelischen Gesangbuch sind sie ab Seite 21 oder ganz vorne auf dem Blatt, das wir eingelegt haben, abgedruckt.

Bei den Bekanntmachungen werden immer die Einnahmen des Klingelbeutels und der Kollekte genannt. Warum wird denn überhaupt im Gottesdienst Geld gesammelt und wofür?

Bereits in den urchristlichen Gemeinde wurde Geld für besondere Zwecke gesammelt (Römer 15, 25-29). Hier finden sich schon Zeugnisse einer frühen Kollektenpraxis („Kollekte" heißt übrigens: „Sammlung"). In der frühen Kirche wurde die Kollekte bereits als übergemeindlicher Gabentransfer verstanden: Die einen gaben von ihrem materiellen Überfluss ab, andere von ihrem geistlichen Überfluss, so dass es zu einem Ausgleich zwischen allen Gliedern der christlichen Gemeinde kam. Mit der Kollekte heute bringen wir nicht nur die Verbundenheit aller Christenmenschen zum Ausdruck, sondern zeigen auch, dass der Gottesdienst nicht an der Kirchentür endet, sondern als „Gottesdienst in der Welt" auch die Beförderung christlichen Handelns in der Welt einschließt, auch - wenn möglich - durch materielle Unterstützung mit einschließt.
Etwa 2/3 aller Ausgangskollekten werden von der Landeskirche festgelegt und können von uns als Kirchengemeinde in ihrem Zweck nicht verändert werden. Viele Einrichtungen und Werke der Evangelischen Kirche, die Diakonie, die Jugendgästehäuser, Altenhilfeeinrichtungen und andere sind auf die Kollekten fest angewiesen, um ihre Arbeit tun zu können. 2-3 Kollekten im Jahr werden vom Kirchenkreis Hanau-Land für Einrichtungen in unserer Region verbindlich festgelegt. Die Konfirmationskollekten sind immer und verbindlich für die „Ausbildungshilfe" bestimmt, dem Hilfswerk unserer Landeskirche, das die Ausbildung junger Christen und Christinnen in Afrika und Asien unterstützt. Alle übrigen Kollekten von Sonntagsgottesdiensten werden durch Beschluss des Kirchenvorstands mit einem Zweck belegt. Aus ganz aktuellen Anlässen - etwa akuten Katastrophen - ist es möglich, den Kollektenzweck auch kurzfristig zu ändern. Die Kollektenzwecke aller anderen Gottesdienste werden von der leitenden Pfarrperson festgelegt.

Und was hat es mit dem Klingelbeutel auf sich?

Der Klingelbeutel war früher (und ist es teilweise heute noch) ein verzierter Samtbeutel an einem langen Stab, mit einem silbernen Glöckchen versehen. Dieser Stab wurde von einem Kirchenvorsteher während des Gottesdienstes durch die Bankreihen gereicht. Viel besser und einfacher zu handhaben ist die neue Form, wie wir sie auch in der Stiftskirche haben: klein, mit zwei Holzgriffen versehen, kann er bequem von den Gottesdienstbesuchern selbst durch die Reihen gegeben werden. Der Erlös des Klingelbeutels ist ausschließlich für die eigene Gemeinde bestimmt. Vom Kirchenvorstand wird im Voraus für einen längeren Zeitraum ein konkreter, aktueller Verwendungszweck festgelegt, etwa für eine besondere Anschaffung für unseren Jugendclub oder eine notwendige Reparatur der Blitzschutzanlage an der Kirche. In der Regel wird der Klingelbeutel während des Liedes vor der Predigt, dem sogenannten „Wochenlied", weitergereicht. In der Ursprungsform unseres Gottesdienstes war der Klingelbeutel ein Zeichen des Dankes an Gott, das vor dem Abendmahl auf dem Altar dargebracht wurde. Deshalb wird der Klingelbeutel auch heute noch auf den Altar gelegt.
Der Klingelbeutel hat seinen Namen aus seiner Entstehungszeit in jetziger Gestalt während der Reformation erhalten. Rituelle Sammlungen an sich sind schon seit dem 4. Jahrtausend vor Christus belegt und in allen Religionen in der Funktion eines Dankopfers verbreitet. In der Reformationszeit nun hatten die Beutel, die ein diskretes Einsammeln des Geldes ermöglichen sollten, eben Glöckchen. Der genaue Ursprung ist unbekannt. Möglicherweise stehen sie als Zeichen dafür, dass Christenmenschen wachgerüttelt werden sollten für die Sorgen der Welt.
Die Teilung beider Sammelzwecke - Kollekte und Klingelbeutel - geht auf Martin Luther zurück. In „Die Ordnung des gemeinen Beutels", der ältesten evangelischen Armenordnung von 1522, macht Luther deutlich, dass alle Gaben für Arme, Notleidende und Hospitäler in einen Armenkasten fließen sollen, alle Einnahmen für Stiftungen, Gaben für den Unterhalt des Kirchenwesens, der Gebäude, Schulen und der Mitarbeiter hingegen in einen Schatzkasten.

Stichwort: Gottesdienst

Der Gottesdienst ist die Mitte des gemeindlichen Lebens - so sagen es die christliche Theologie und das Frömmigkeitsempfinden mit recht, weil hier untereinander und mit Gott kommuniziert wird, was unseren Glauben inhaltlich ausmacht.

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